Die Oide Wiesn auf dem Oktoberfest 2019 Empfehlung

Oide Wiesn auf dem Oktoberfest Oide Wiesn auf dem Oktoberfest

Warum gehen MünchnerInnen gerne auf die Oide Wiesn.

Das Oktoberfest startet in diesem Jahr am 21. September und geht bis 6.10.2019 und dass es seit über 200 Jahren der Höhepunkt des Münchner Volksfestkalenders ist, versteht sich von selbst. Immerhin kommen jedes Jahr rd. 6 Millionen Besucher und feiern sich, München und das bairische Bier. Im Jahre 2010 setzte die Jubiläumsfeier „200 Jahre Oktoberfest“ der Wiesn die Krone auf: Nostalgische Volksfestattraktionen, bunte Trachtenpracht, Pferderennen nach dem Vorbild von 1810, Museums- und Tierzelt und vor allem Festzelte, in denen Gemütlichkeit und bayrisches Brauchtum gepflegt wurden, machten diese Veranstaltung zu einem großen Publikumserfolg.

2011 setzte sich dieser Erfolg mit der Oidn Wiesn als feste Einrichtung fort. Seither bekommen auf dem Südteil der Theresienwiese Volksfest-Tradition, bayrisches Brauchtum, Münchner Gastlichkeit und jugendfrische VolXmusik einen festen Platz.

Fans historischer Fahrgeschäfte, die auf dem Oktoberfest bisher in der altehrwürdigen Krinoline ihre Runden drehten oder sich in der Hexenschaukel herumwirbeln ließen, finden auf der Oidn Wiesn pure Schaustellernostalgie. Hier dreht sich der „Kettenflieger Kalb“ von 1919, die „Dicke Berta“ stellt Muskelkraft auf die Probe und die „Fahrt ins Paradies“ über Berg und Tal erinnert an die „gute alte Zeit“. Die Ära von Rock 'n' Roll und Petticoat wird im rasanten Calypso der 1950er Jahre lebendig. Auch das Original Motodrom von 1928 kann wieder besucht werden. Volksfest-Klassiker wie Schiffschaukel und Kinderkarussell runden neben historischen Wurf- und Schießbuden das Vergnügungsangebot ab.

Natürlich alles familienfreundlich: Alle Fahrgeschäfte können für nur einen Euro ausprobiert werden. Gut, dass die Oide Wiesn haptsächlich von den MünchnerInnen besucht wird und Besucher, die nur gerne zum trinken resp. saufen kommen, gehen lieber in die großen Zelte, was ihnen auch vergönnt sein soll. Die Oide Wiesn ist da eher beschaulich, aber eben auch viel mehr münchnerisch.

So wird dort im Museumszelt der „Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V.“ die Geschichte des Oktoberfestes lebendig gemacht. Exponate der „Münchner Schausteller-Stiftung“, deren Sammlung im Münchner Stadtmuseum verwahrt ist, laden zu einer Reise durch die Vergangenheit der Schaustellerzunft ein. Von einer historischen Schießbude, die vor Jahren auf der Wiesn betrieben wurde, über das Münchner Springpferdekarussell aus dem Jahr 1945 bis zum ehemaligen Oktoberfest-Pressewagen, einem Wohnwagen-Unikat, gebaut von der Firma Stork um 1952/53, gibt es viel zu entdecken.

Neu in 2019: Gut Holz! Auf der Kegelbahn des Museumszelts

Anton Gruber, der „Praterwirt“, durfte auf dem Oktoberfest 1818 erstmals und als einziger Betrieb „Volksbelustigungen“ präsentieren: Schaukeln, Karussells mit hölzernen Pferden und – Kegelbuden. 200 Jahre später können die Gäste auf der neuen klassisch-historischen Kegelbahn vor dem Museumszelt wieder alle Neune abräumen. Die Geschosse werden im Zielraum mit einem Seilzugmechanismus aufgestellt, der nach historischen Vorlagen gebaut wurde.

Die Regeln beim Kegeln sind einfach: Ziel ist es, alle neun Kegel am Ende der Bahn am besten mit der ersten Kugel umzuwerfen. Das Kegelspiel macht Spaß und jeder kann mitmachen. Sportliche Rollifahrer dürfen sich ebenfalls im Kegeln versuchen, eine Rampe sichert das problemlose Zuschauen für Menschen mit Handicap. Für Kinder, die mit spezielle Kinderkugeln spielen können, ist die Gaudi kostenlos, Erwachsene zahlen für drei Schub 2,50 Euro.
Die Kegelbahn kann aber auch gruppenweise für eine halbe Stunde unter der Mobilnummer 0171/ 540 45 36 gebucht werden.

Nähere Informationen: www.Die-Historische.de

Die diesjährige Sonderausstellung im Museumszelt präsentiert das „Deutsche Schaustellermuseum“ von Franz und Liselotte Lambrecht. Das Großdiorama einer Kirmes wurde vom Schausteller Franz Lambrecht (1923-1984) nach originalen Vorbildern im Maßstab 1:10 oder kleiner gebaut. Detailgetreu sind ein Glücksrad, Wurf- und Losbuden und verschiedene Fahrgeschäfte auf dem kleinen Volksfest zu bewundern. Die Hauptattraktion ist ein zweigeschossiges Pferdekarussell, ausgeschmückt mit Pailletten, Spiegeln und bestickten Vorhängen; es ist der so genannten „Reitschule“, einem Karussell, das jährlich auf der Kirmes im Pfälzer Wald zu finden war, nachempfunden. Bis zum Tode der Museumseigner konnte das Miniaturvolksfest im pfälzischen Lambrecht besichtigt werden.

Thomas Lambrecht überließ der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V. den Nachlass seiner Eltern mit dem Wunsch, dass die Stücke gepflegt und wieder ausgestellt werden im Andenken an Franz und Liselotte Lambrecht.

Premiere im Museumszelt feiert auch die Bonbon-Manufaktur der Familie Hingerl. Der Verkaufswagen, Baujahr 1938, stammt ursprünglich von der Familie Kanzler aus Berlin. Die jetzigen Besitzer haben die Holzeinbauten und Glasscheiben der Innenausstattung im Originalzustand belassen. Mit der rund 100 Jahre alten Bonbonwalze und Lutschermaschine fabrizieren die Bonbonmacher im Museumszelt süße Versuchungen in Kirsch-, Eukalyptus- und Honiggeschmack. 12 verschiedene Sorten Lakritze runden das Angebot ab.

Scherzräder fahren ist ein besonderer Spaß, der im „Humoristischen Velodrom“ des Museumszelts gefrönt werden kann. Jeder ist eingeladen, die „verrückten Fahrräder“, zum Beispiel mit versetzter Achse, auszuprobieren und mit viel Geschick im Kreis zu fahren. In alter Manier kommentiert ein Rekommandeur das Geschehen auf der Fahrbahn. Von 1901 bis 1962 war das humoristische Velodrom als einer der ältesten Vergnügungsbetriebe auf der Wiesn.

Im „Museumsstandl“ können exklusiv Nachdrucke von Oktoberfestplakaten der Jahre 1952 bis 2018 zum Preis von 12 Euro pro Plakat erworben werden. Auf Wunsch ist der Versand auch per Post möglich.

Auf der Parade der Schaubude „Urwald-Dämonen“ spielen am Nachmittag wieder verschiedene Volksmusikgruppen, dazu kann man sich Brotzeit und Bier aus der historischen Wurstbraterei schmecken lassen. Im gemütlichen Museumsgarten auf dem Freigelände kann man dem Volksfesttreiben zusehen, dem Klang der Jahrmarktsorgeln lauschen, über die ein Orgelexperte Auskunft gibt, und Ausstellung historischer Bulldogs und Zugmaschinen bestaunen.

Das kostenlose Aktionsprogramm „Oide Kinderwiesn“ für Kinder in und vor dem Museumszelt, organisiert und durchgeführt von „Lilalu Bildungsund Ferienprogramme“ der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., richtet sich an ein Familienpublikum, an Schulklassen und Kindergärten. Hier können die Kinder basteln, sich an historische Wiesn-Spielen wie Kegeln, Hosenlaufen und Maßkrugslalom beteiligen sowie alte Jahrmarktsattraktionen wie Jonglage, Seiltanz und Einradfahren ausprobieren. Die Historie des Oktoberfests geben „Geschichtenerzähler“ an das junge Publikum weiter.

Führungen zu den Exponaten des Museumszelts runden das informative Angebot ab. Für einzelne Kinder ist eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Anmeldung für einen Gruppenbesuch der Oidn Kinderwiesn erfolgt direkt bei Lilalu per E-Mail an lilalu@johanniter.de oder telefonisch unter 0800 / 000 60 18 (kostenfrei aus allen dt. Netzen). Info: www.lilalu.de

Das Museumszelt ist von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, die Teilnahme am Kinderprogramm kostenlos.

Mehr Infos zum Museumszelt: www.historische-gesellschaft-bayerischer-schausteller.bayern

Die Oide Wiesn:

Eintritt: 3 Euro pro Person (ab 21 Uhr Eintritt frei!)
Freier Eintritt für Kinder bis 14 Jahre und für Schwerbehinderte ab 50 Prozent mit gültigem Schwerbehindertenausweis sowie bei Vorlage eines Schwerbehindertenausweis mit Sichtvermerk B auch Begleitperson frei.
Fahrgeschäfte: 1 Euro, die Eintrittskarte beinhaltet freien Eintritt zum Kulturprogramm der Festzelte
Betriebszeiten: Festgelände: 10 - 23 Uhr
Ausschank: 10 – 21.30 Uhr
Bierpreis: 10,80 – 11,40 Euro (2018: 10,80 – 11,20 Euro)

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