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Vorläufiger Oktoberfest-Schlussbericht 2007

Rundum beschwingt und voller Lebenslust lud das Oktoberfest-Plakat zur 174. Wiesn ein. Diesem Ruf folgten nach Schätzung des Tourismusamts als Veranstalter rund 6,2 Millionen Gäste und feierten miteinander 16 Tage lang das größte Volksfest der Welt.

Es war eine späte und starke Wiesn, die zur vollen Zufriedenheit aller, den Marktkaufleuten, Schaustellern, Wirten, Sicherheitskräften und dem Veranstalter verlief.

Ideales Volksfestwetter mit spätsommerlichen Temperaturen zum Auftakt, folgten ein paar Regentage, die ein goldener Oktoberbeginn schnell vergessen ließ.

Das zum zweiten Mal heuer eingerichtete Familien-Platzl wurde voll angenommen, von jungen Familien, Omas und Opas mit den Enkeln, aber auch als Geheimtipp für etwas mehr ruhesuchenden Biergartengänger. Neben den diensttäglichen Familientagen, dem äußerst Besucher starken ersten Montag gehörte im Schaustellerbereich der Feiertag, 03. Oktober den kleinen Wiesn-Gästen.

Dirndl und Lederhose sind heutzutage ein Muss für einen zünftigen Wiesn-Besuch. Ob groß, ob klein, oder kleinst – jeder trägt seine individuelle Wiesn-Tracht. Immer mehr ausländische Gäste lassen sich von der Lust auf Tracht anstecken.

In diesem Jahr stellt die Festleitung gemäß des äußerst erfolgreichen Tourismusjahres einen Anstieg an ausländischen Besuchern fest. Neben den Stammgästen aus allen europäischen Ländern, besonders aus Italien, Österreich und der Schweiz, kamen vermehrt wieder Gäste aus den USA,
Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland und aus Osteuropa.

Biermenge auf dem Oktoberfest 2007

Mit rund 6,7 Millionen Maß Bier tranken die Wiesn-Besucher bis zu zehn Prozent mehr als im Vorjahr, gerechnet auf 16 Wiesn-Tage. Bei der warmen Witterung waren auch nicht alkoholische Getränke gefragt.

Leider mussten wieder rund 200.000 Maßkrüge von aufmerksamen Ordnern in den Zelten und an den Haupthausgängen den Souvenirjägern abgenommen werden.

Ein Beispiel: Am Haupteingang des Löwenbräufestzeltes wurden pro Tag fast 5000 Bierkrüge eingesammelt oder Souvenirjägern abgenommen.

Schmankerl-Wiesn

Der Trend zur traditionellen Schmankerl-Trilogie – Bier, Hendl, Brezn – blieb bis Ende der Wiesn konkurrenzlos bestehen. Dank der vorzüglichen Qualität aller angeboten Speisen verzeichnete die Wiesn-Gastronomie ein Plus von rund zehn Prozent.

Die kleinen Wiesn-Wirte freuten sich über den reißenden Absatz von Schweinsbraten und anderer bayrischer Köstlichkeiten wie Haxn, Obatzter, Kaiserschmarrn, Knödeln und „Auszogne“. In den Mittelbetrieben ging das neue Konzept des Besucherwechsel im Zwei-Stunden-Takt voll auf. Die Gäste zeigten Verständnis und gingen zum Nachtisch auf die Schaustellerstraße.

Die Brotzeit im Biergarten wurde mit Emmentaler und Brezen aus dem Straßenverkauf zelebriert. Auch die Fischsemmel auf die Hand oder der Leberkäs-Snack schmeckte mit einer frischen Maß Wiesn-Bier im Freien.

Ochsen so weit der Magen treibt

104 Ochsen wurden in den 16 Tagen (2006: 102 in 18 Tagen) mit Genuss verspeist.

Kulinarische Köstlichkeiten in Bio-Qualität waren heuer besonders beliebt: Die zertifizierten Wiesn-Betriebe offerierten von der Bio-Schokobanane bis zum Schaschlik (fast) alles.

Im Süßwarenbereich wärmte die (Luxus)Mandel bei frischeren Temperaturen am Abend oder bei Regen. Das Speiseeis in jeglicher Variation war bei Sonnenschein gefragt. Erfreulicherweise wurde das Münchner rote Schokoherz wieder entdeckt und gerne an den Schatz verschenkt. Zum Ende der Wiesn wurden die traditionellen Lebkuchenherzen um den Hals immer größer.

Wiesn Gaudi ohne Reue - Umweltschutz ganz groß auf der Wiesn

Die Installation von Solar-Anlagen, Energiesparlampen, Spezial-Spülmaschinen für Wasser-Recycling, die Verwendung von biologisch abbaubarem Hydrauliköl, für den Bezug von Öko-Strom trugen auf der Wiesn 2007 zum Schutz der Umwelt bei. Eine erhebliche Entlastung
der Umwelt bewirkte die Reduzierung von Abfall durch die Regularien der Festleitung (Verbot von Einweggeschirr, verbindliches Recycling von verwertbarem Abfall). Die Vorschriften führten zu einer Einsparung von ca. 50%.

Das Umwelt-Konzept des Oktoberfests, das 1997 mit dem „Bundesprojektpreis für die umweltschonende Organisation von Großveranstaltungen“ ausgezeichnet wurde, ist weltweit ein Vorbild.

Bayerisches Umweltsiegel für zwei Festzelte

Auf der Grundlage des erfolgreichen Umweltkonzepts der Festleitung und durch eigene Initiative organisieren die Wiesn-Zelte ihren Betrieb möglichst umweltschonend.

Das Armbrustschützenzelt und die Schützen-Festhalle erhielten heuer dafür das Bayerische Umweltsiegel für das Gastgewerbe in Gold.

Schenk mir ein Souvenir

Das diesjährige Oktoberfest-Plakat-Motiv begeisterte die Wiesn-Besucher aus dem In- und Ausland und überzeugte auch die hiesige Kundschaft zum Kauf von T-Shirt, Bierkrug und anderen Logo-Souvenirs von der Wiesn 2007. Die Lieferanten kamen mit dem Nachschub gar nicht mehr nach;
Gläser, T-Shirts und Taschen waren gegen Ende der Wiesn weitgehend ausverkauft. Die zur Tracht passende Spatzl-Tasche, beliebt bei der bayerischen Gästeschar, war im Nu ebenfalls ausverkauft.

Große Freude bei Riesenrad & Co

Alle Wiesn-Neuheiten 2007 haben sich bestens eingeführt. „Höllenblitz“ – der Coaster lockte mit Rusty Erwachsene und Kinder in die Goldgräbermine. Mit dem Hammerschlag wurde so mancher Partner in den siebten Himmel geschossen. Der neue Distel-Autoscooter, made in Italy, beeindruckte mit seiner neuen LED-Lichttechnik und Solarstrom-Aktion.

Die Gaudischaukel war ein Spaß für die gesamte Familie. Wer beim Pemperlprater aus der Biedermeierzeit, der Novität unter den Traditionsfahrgeschäften, beobachten konnte, wie Wiesn-Besucher aus Niederbayern gerührt und voller Freude „Mei, da is er ja, der Pemperlprater!“ ausriefen, der wusste, hier hat mehr als ein altertümliches Karussell einen Platz bekommen; es ist ein Stück niederbairische Heimat, die auf dem Oktoberfest zu finden ist. Es lief rund bei den Fahrgeschäften, die bei gutem Wetter ausgelastet waren.

Auch bei den Spielbuden herrschte reges Treiben. Der Teddybär und die rote Rose waren begehrte Gewinne an Schieß- und Wurfbuden. Die Schausteller sprechen insgesamt von einer „respektablen, guten Wiesn“.

Der Wiesn-Song 2007

Und der Sieger ist: "Ein Stern, der Deinen Namen trägt" von DJ Ötzi, der die Wiesn-Hitparade 2007 gewonnen hat. Dicht gefolgt von Olaf Hennings Lasso-Song und „Ruby“ von den Kaiser Chiefs. „Hey Baby“, „Völlig losgelöst“ und das unverwüstliche „Sierra Madre“ werden immer wieder gerne angestimmt. Zur Mittagswiesn-Zeit überwiegt traditionelle Blasmusik.

Postalische Grüße in alle Welt

Beliebt war die „Foto-Postkarte“, die als Erinnerung an die Wiesn mit rund 17.000 Stück in alle Welt versandt wurde. Die Wiesn-Post verschickte heuer 70.000 Postsendungen. Davon gingen circa 70 Prozent ins Ausland, vor allem nach Italien. Rund 5.000 Postkarten mit dem Oktoberfest-Sonderstempel wurden verkauft.

Aus dem Servicezentrum

Polizei Resumee zum Oktoberfest 2007

Die Polizei spricht von einer „überschaubaren und gelassenen Wiesn“ mit den bekannten Problemtagen, war mit dem Oktoberfest 2007 zufrieden und lobte ausdrücklich die Sicherheitspartnerschaft zwischen Besuchern, Behörden. BRK und den Sicherheitskräften.

BRK Resumee zum Oktoberfest 2007

Die Wiesn 2007 verlief für das Bayerische Rote Kreuz (BRK) moderat. Die Einsätze auf dem Gelände haben sich ohne extreme Spitzenwerte über alle Tage verteilt. (mündlicher Bericht)

Kinderfundstelle Resumee zum Oktoberfest 2007

Die Damen der Kinderfundstelle kümmerten sich heuer um 50 verloren gegangene Kinder (2006: 49 Kinder). In der Wickelstation wurden 183 Wiesn-Zwergerl gestillt und gewickelt (2006: 439); die zweite Wickelstation am Familien-Platzl war ebenfalls gut frequentiert.

Security Point Resumee zum Oktoberfest 2007

Der Security Point als Anlaufstelle für Mädchen und Frauen in unterschiedlichen Notlagen. Er ist ein flankierendes Angebot zur persönlichen Betreuung und ergänzt die Arbeit der Sicherheitsbehörden vor Ort. Diese für Volksfeste weltweit einmalige Einrichtung wurde 2003
von den Organisationen IMMA, AMYNA und Frauennotruf München initiiert und mit Unterstützung der Festleitung eingerichtet.

Fundstücke

Bis Wiesn-Schluss zählte das Wiesn-Fundbüro knapp 4.400 Fundstücke, darunter 1.600 Kleidungsstücke, 600 Ausweise und Kreditkarten, 370 Geldbörsen, 350 Schlüssel, 350 Regenschirme, 280 Taschen, Rucksäcke und Beutel, 250 Brillen, 220 Mobiltelefone, 90 Schmuckstücke und Uhren sowie 70 Fotoapparate und Zubehör.

Zu den bereits im Halbzeitbericht erwähnten Samtlederhose made in China und einer Zahnprothese mit Goldinlay kamen zwei weitere Gebisse hinzu.

Die Aushändigungsquote lag bei 18 Prozent.

Strom, Gas, Wasser Verbrauch auf dem Oktoberfest 2007

Mit 2,7 Millionen Kilowattstunden nahm der Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent (für 16 Tage) zu. Dabei ist erfreulich, dass 61 Prozent der Kunden Ökostrom geordert haben. Der Verbrauchsanteil von Öko-Strom liegt bei 53 Prozent.

Der Gasverbrauch lag mit 200.000 Kubikmetern gleich zum Vorjahr (berechnet auf 16 Tage).

Mit 105.000 Kubikmeter stieg der Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um circa 25 Prozent, was auf die zusätzlichen Toilettenanlagen und auf eine große Zunahme von Schaustelleranschlüssen zurückzuführen ist.

Wiesn-Pressestelle

Die Pressestelle zählte rund 2397 Journalistenkontakte (2006: 2.363) aus dem In- und Ausland wie aus Australien, Belgien, Brasilien, Georgien, Großbritannien, Hongkong, Israel, Italien, Japan, Kroatien, Luxemburg, der Niederlande, Österreich, Polen, Russland, der Schweiz, Serbien, Tschechien, Türkei, der Ukraine, Ungarn und der USA. Auffallend ist das zunehmende Interesse der osteuropäischen Medien am Oktoberfest.

Es wurden 240 Drehgenehmigungen an verschiedene Film- und TV-Teams sowie Onlinedienste erteilt (2006: 231). 60 Pressemitteilungen (2006: 65) mit einer Auflage von rund 9.000 Stück wurden im Vorfeld und während der Wiesn ausgegeben.

Quelle: Pressestelle der Festleitung

Letzte Änderung amMittwoch, 22 Mai 2013 14:01
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